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Sonntag, 5. September 2010


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Open Source Software

Was ist Open Source?

Aus dem Englischen übersetzt, bedeutet der Begriff „offene Quelle“. Als Open Source wird also Software bezeichnet, deren Quellcode für jedermann zugänglich ist. Alle Informationen und Funktionen einer Software stehen in Programmiersprache in ihrem Quellcode. Für manche ist das lediglich ein unverständlicher Zeichensalat. Fachleute allerdings lesen in dem Quellcode alle wichtigen Informationen über ein Programm und können es – unabhängig von den Programmentwicklern – gegebenenfalls sogar verändern oder weiterentwickeln. Deshalb werden beim Vertrieb von Standardsoftware, die zum Verkauf angeboten wird, üblicherweise Quelltexte nicht mitgeliefert. Sie gelten als bestgeschütztes Geheimnis der Software-Industrie.

Offener Quellcode

Anhand des Quelltextes können Entwicklerinnen und Entwickler ein Programm unabhängig von seinen Autoren verändern, verbessern und erkannte Schwachstellen und Fehler veröffentlichen. Bei Open Source-Software (OSS) ist dies ausdrücklich erwünscht. Auch das Vervielfältigen und das Verbreiten – im Original oder in veränderter Form – ist erlaubt. Quelloffen im Sinne von Open Source bedeutet also, dass nicht nur der Quelltext eines Programms frei erhältlich ist, sondern dass das Werk auch als „offene Quelle“ zur Verfügung steht. Open Source-Software räumt dem Nutzer mehr Rechte ein als die herkömmliche Lizenzierung eines Standardprogramms.

Merkmale von Open Source

Damit ein Computerprogramm als Open Source-Software angesehen werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Diese sind in der „Open Source Definition“ festgelegt. Zu den wesentlichen Merkmalen zählen die folgenden drei Charakteristika:

  • Die Software bzw. der Programmcode liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor.
  • Die Software darf beliebig oft kopiert, verbreitet und genutzt werden.
  • Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden.

Die Definition erlaubt also jedem, das Programm zu verbessern oder es seinen Bedürfnissen anzupassen, zu vervielfältigen und zu verbreiten. Allerdings muss sich jede Open Source-Entwicklerin und jeder Open Source-Entwickler der „General Public License“ (GPL) verpflichten. Danach müssen eigene Weiterentwicklungen stets „offen“ verbreitet und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Wer steckt dahinter?

Das Bedürfnis vieler Programmierer und Anwender, vorhandene Software nach eigenen Anforderungen und Bedürfnissen weiterentwickeln zu können, gilt als Ursprung freier Software. Die Philosophie von Open Source-Software geht zurück auf den Grundgedanken des freien Austausches von Wissen und Gedanken. Deswegen entsteht die Software auch nicht in einer einzelnen Firma, sondern in einem Netzwerk. Eine Gemeinde von Entwicklern, Programmierern und Anwendern, die über das Internet kommuniziert und nicht in erster Linie kommerzielle Interessen verfolgt, treibt die Entwicklung voran. Im Hinblick auf ein Resultat, was der Allgemeinheit dienen soll, werden Erfahrungen ausgetauscht und Ergebnisse überprüft. Viele Angehörige einer Entwicklergemeinde arbeiten in ihrer Freizeit unentgeltlich an der Software, andere werden von ihren Arbeitgebern dafür bezahlt. Da viele Freiwillige dahinter stecken und kaum Kosten anfallen, sind Open Source-Programme oft gratis zu bekommen.

Kostengünstige Alternative

Open Source-Software hat sich zu einer echten Alternative gegenüber konventioneller Software entwickelt. Besonders die europäische Union und zahlreiche öffentliche Verwaltungen unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Einsatz von Open Source-Systemen zu fördern. Das Spektrum derjenigen, die inzwischen Open Source-Produkte verwenden, reicht von Daimler Chrysler, IKEA, Sixt, NASA, SONY bis hin zum Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Königin von England und dem Weltkirchenrat. In der Regel sind die Open Source-Programme und ihre Updates kostenlos – abgesehen von den Onlinegebühren, die beim Download der Software entstehen. Je nachdem, über welchen Internetanschluss Sie verfügen, kann es unter Umständen günstiger sein, das Programm auf CD zu kaufen, anstatt es stundenlang herunterzuladen. Es fallen dann lediglich die Kosten für das Bereitstellen der Software auf CD, nicht aber für den Gebrauch des Programms an. Allerdings sind manchmal Bearbeitung oder Vertrieb gebührenpflichtig. Die Preise halten sich aber in aller Regel im Rahmen.

Wie steht es um die Sicherheit?

Das Thema Sicherheit wird in der Verbindung mit Open Source-Software kontrovers diskutiert. „Viele Augen sehen viel“ ist ein oft zitiertes Argument der OSS-Entwicklergemeinschaft. Die Programmiererinnen und Programmierer halten selbst nach Schwachstellen Ausschau und können Sicherheitslücken schnell erspähen und beheben. Diejenigen, die die Software entwickeln, sind normalerweise namentlich bekannt. Niemand von ihnen würde sich gerne nachsagen lassen, er/sie habe Software entwickelt, die für andere Computer schädlich sei. Andererseits können den offenen Quellcode natürlich auch diejenigen für ihre Zwecke nutzen, die Schwachstellen für einen Angriff ausnutzen wollen. Trotzdem wird Open Source-Software bislang seltener als kommerzielle von digitalen Schädlingen befallen. Virenschreiber konzentrieren sich auf die am meisten verbreiteten Plattformen, wie beispielsweise das Betriebssystem Windows, die Mail-Programme Outlook und Outlook Express oder den Browser Internet Explorer. Wer hier eine Alternative einsetzt, zählt nicht mehr zu der Hauptzielgruppe der Computerangreifer und wird schon dadurch weniger attackiert.

Quelle: www.media.nrw.de

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